Sportart: Rugby

Viel zu hart. Oder: Auf dem Platz Gegner, nach dem Spiel Freunde.

Über Rugby weiß man in unseren Breitengraden nicht allzu viel. Leider. Denn dieser Sport ist ein Mannschaftsspiel par Excellanze. Ich habe niemals in irgendeinem anderen Sport dasselbe Gefühl des Zusammenhalts innerhalb eines Teams erlebt. Aber zuerst einmal die Grundzüge des Spiels zur Erklärung:

Ziel des Spiels ist es, durch ablegen des Rugby-Eis, welches übrigens größer ist als ein Football und im Gegensatz dazu keine Naht hat, in der Mal-Zone (die Endzone) des Gegners abzulegen. Punkte gibt es ausserdem für einen Kick des Balls durch die gegnerischen Stangen. Der Ball darf im Spiel nur nach hinten zu den eigenen Leuten gepasst werden. Pro Team stehen 15 Spieler auf dem Platz. Diese Spieler sind eingeteilt in Stürmer und Hintermannschafts-Spieler. Die Stürmer sind meist die großen und kräftigen Spieler. Hier findet das Gewühl statt, der direkte Kontakt zum Gegner, der Kampf um den Ball und um Raumgewinn. Die Hintermannschaft besteht aus meist kleineren, wendigeren und schnelleren Spielern. Sie vollstrecken und machen die Punkte. Und sie verteidigen, wenn das gegnerische Team durchgebrochen ist. Rugby ist eine Schlacht und vom taktischen Anspruch her verdient dieser Sport vielmehr den Begriff „Rasen-Schach“ als das Fußballspiel.

Der Sport ist hart, keine Frage. Aber auch hier gelten strenge Regeln, die dem Laien nicht immer sofort ersichtlich sind, Verstöße allerdings hart geahndet werden. Das Training zu diesem Sport ist anstrengend, genau wie das Spiel. Laufen, Technikübungen, immer wieder körperlicher Kontakt und Kräftemessen – genau das richtige für harte Kerle. Sie möchten sich so richtig auspowern? Spielen Sie Rugby. Im Gegensatz zu zum Beispiel Fußball gibt es in diesem Sport sehr wenige Spielunterbrechungen. Dem Spieler werden kaum Pausen gegönnt und der innere Schweinehund muss mehr als einmal pro Spiel überwunden werden. Respekt für Mitspieler und Gegner wird groß geschrieben. Muss es auch, denn ohne die Mitglieder ihres Teams können Sie in diesem Sport nicht bestehen. Jeder hat eine Aufgabe, deren Erfüllung zum Sieg des Spiels beiträgt. Sie sind von Anfang an ein wichtiger Bestandteil des Teams, auch als Anfänger. Und für die Geselligkeit wird auch gesorgt: getreu dem Motto „Auf dem Platz Gegner, nach dem Spiel Freunde“ wird auch gehandelt. Rugby ist ein fairer Sport, die Rugbygemeinschaft ist eingeschworen und freundschaftlich verbunden. Glauben Sie nicht? Gehen Sie hin, ich habe es noch nie erlebt, dass es nach dem Spiel Diskussionen um die Entscheidungen des Schiedsrichters gab, Anfeindungen gegen Spieler des gegnerischen Teams oder ähnliches. Ganz im Gegensatz zu manch anderen Sportarten gilt: Fair geht IMMER vor.

Suchen Sie im Internet nach einem Team in Ihrer Nähe und gehen Sie einfach einmal zum Training. Sie werden herzlich empfangen und sofort in die treue Gemeinschaft dieses Sports aufgenommen. Lernen und erleben Sie Disziplin, Selbstvertrauen, Teamwork, körperliche Anstrengung und vor allem eines: Spaß.

Übrigens: Rugby ist kein reiner Männersport. Auch Frauen können in eigenen Damen-Mannschaften trainieren und spielen – und je nach Spielstärke sind sie auch in Herren-Teams willkommen.

Rugby: ein Sport der Ihnen viel abverlangt und noch mehr zurückgibt.